Translate

Montag, 13. September 2010

04./05.09.2010 - Shirakawa-go



An diesem Wochenende stand eine Art "Betriebsausflug" auf dem Programm. Wir sind mit der kompletten Laborbelegschaft -immerhin fast 25 Personen- nach Shirakawa-horst (m.f.) gefahren. Das Ziel wurde von allen ein paar Wochen vorher demokratisch gewählt. Zur Wahl standen ein Spaßbad, zwei Sachen an die ich mich nicht mehr erinnern kann und eben dieses kleine Städtchen hier.
Da ich wie immer von allem keine Ahnung hatte, hab ich mich dann einfach für die Information: "Das ist Weltkulturerbe." entschieden. Bin ja schließlich nicht zum Spaß hier! (Auch wenn dieser Blog vielleicht anderes vermuten lässt...) Wir haben uns also am Samstagmorgen getroffen und uns auf den Weg gemacht. Keine 300 km entfernt, aber dank des Tempolimits auf japanischen Autobahnen hat die Fahrt trotzdem fünf Stunden gedauert. Als wir dann kurz nach Mittag angekommen sind, war es aber sehr schön. 
Der Ort liegt, wie Jena, eingepfercht zwischen gewaltigen Bergen (also doch nicht wie Jena) die ein monumentales Panorama bilden. Dazu der strahlende Sonnenschein- herrlich! Was diesen Ort denn dann zum Weltkulturerbe macht sind aber nicht die Berge und auch nicht der Sonnenschein, sondern die Architektur der Häuser. 
Diese ist einzigartig in Japan und es gibt sie nur in dieser Region. Markant sind die spitz zulaufenden Dächer. Deretwegen wird der Architekturstil auch Gasshoo-zukuri, "Stil der zum Gebet gefalteten Hände" genannt. Diese Bauform ist hier dringend nötig, da im Winter bis zu vier Meter Schnee fallen. Diese würden flachere Dächer einfach eindrücken, aufgrund des spitzen Winkels von nahezu 60° kann er aber einfach abrutschen.
Baby es gibt Reis
Dies macht Shirakawa-go zu einem äußerst beliebten Ziel im Winter, da ist hier alles voller Skifahrer. Wir sind dann in kleinen Gruppen den ganzen Tag durch den Ort gewandert. Der ist zwar an sich relativ klein, da er aber fast ausschließlich vom Tourismus lebt, gibt es in den Souvenirläden recht viel regional-typische Sachen zu sehen. 
Kleine Anekdote für zwischendurch:
Lustigerweise hat vor ein paar Jahren ein Kumpel von mir aus Duisburg (Fred Wratny) hier seine Führerscheinprüfung abgelegt. Weil er einerseits der erste Ausländer hier in der Gegend war und andererseits die Prüfung im ersten Anlauf mit Bravour bestanden hat, hat sich das hier ansässige Unternehmen Honda dazu entschlossen ein -mittlerweile äußerste beliebtes- Auto noch ihm zu benennen (das zweite "E" gilt als eine Ehrenbezeichnung).
Nach einem dreistündigen Gewaltmarsch auf einen der umliegenden Berge, gab´s dann zur Belohnung auch einen hübschen Ausblick. Hier kann man denn auch sehen, dass das Dorf wirklich nicht allzu groß ist.
Aber schick ham´ses hier.
Der Garten darf natürlich nicht fehlen. Ich glaub ich bring mir wirklich ´nen Japaner mit, der einen für mich bastelt.
KAKIGORI!!

















Wir standen dann irgendwann vor der Entscheidung Museum oder Eis. Das Ergebnis seht ihr links. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass es wirklich sehr heiß war (besonders nach erklimmen des Berges!).
Abends sind wir dann in ein Ryokan eingekehrt, eines der japanischen Gasthäuser. Hier hieß es wie immer am Eingang "Schuhe aus!" und ab in die Hausschluppen. Unnötig zu erwähnen, dass die mir einen Hauch zu klein sind...
Drinnen gab´s dann erstmal zum Entspannen grünen Tee. Später haben wir dann auch noch gegrillt, was wirklich sehr geil war. Zwei riesige Grills, ordentlich Kohle und eine Unmenge Grillgut...
... da musste erstmal ordentlich geschnibbelt werden.
Takafumi hatte den Job böse zu gucken, falls jemand was naschen wollte. Ich find, das hat er prima hinbekommen!
Und nach einer kleinen Ewigkeit grillanzünden, wedeln und pusten war es dann endlich so weit! Und auch hier durften Stäbchen und Soyasoße nicht fehlen. Aber lecker war es!
Die Nacht ist dann ziemlich lang geworden, gut dass wir Alkohol hatten. Da wir auch einige jüngere Teilnehmer mit dabei hatten, die noch nicht so erfahren im Umgang mit eben diesem waren, war es am nächsten Morgen sehr lustig die gequälten Gesichter zu sehen, als es hieß aufstehen..

Wir sind dann zu einem nahe gelegenen Wasserfall gelaufen, im Wald war es schön kühl und spätestens bei diesem Anblick war es dann auch vorbei mit Katerstimmung.
Am liebsten wären wir den ganzen Tag hier geblieben, weil die Temperaturen wirklich seeehr angenehm waren. Aber wir hatten noch einiges vor, also zurück zum Hotel, ab ins Auto, und...
...auf zur nächsten Farm. Ich war sehr erstaunt darüber, aber hier in Japan hatten die wenigsten schon mal eine Kuh, ein Schaf, oder ein Pferd aus der Nähe gesehen, weswegen dieser Teil des Trips für viele relativ aufregend war.
Ich war jetzt nicht so vom Hocker. Musste die ganze Zeit an Essen denken, als ich diese köstlichen Kühe gesehen habe :)  
Neben allerlei Getier und europäischen Kräutern gab es auch eine original euro-kitsch Hochzeitskapelle. Ihr könnt euch vorstellen, wieviel Spaß das kleine Mädchen im Hintergrund dabei hatte die Glocke zu läuten :) 




Hier nochmals Dankeschön an Matthias, für die Leihgabe seiner Kamera!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen